Tobias, ein knapp 4jähriger Junge, der in seinen Gefühlen blockert war, konnte kaum weinen, schien weder Freude noch Traurigkeit zu kennen, ertrug keine Nähe und war aggressiv mit allen, vor allem mit seiner kleinen Schwester. (Bei der Geburt seiner kleinen Schwester konnte ihn seine Mutter wegen einer Krankheit nicht nah an sich herannehmen). In der Therapie bei mir spielte er seine Geschichten nur mit Tieren. Zuerst spielte ich sie nach seinen Anweisungen für ihn und allmählich getraute er sich, davon mehr und mehr zu übernehmen. Dies meistens von seinem sicheren Platz am Boden auf einem Lammfell aus. Langsam "taute" er auf, seine Gefühle bahnten sich einen Weg. Eine Zeitlang, bis einigermassen ein Gleichgewicht da war, brauchte er sehr viel Nähe von seiner Mutter, weinte viel, lachte viel, war wie ausgewechselt. Die Gefühlsschwankungen waren für alle etwas schwierig, gehörten aber zum Prozess dazu. Jedenfalls konnten er und seine Schwester anfangen miteinander zu spielen, sich zu mögen und gern zu haben.
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